• Wir haben mittlerweile bereits seit einigen Tagen unsere Halbzeit in Manila erreicht. Wir haben in diesen Monaten hier sehr viel erlebt.

    Ein Faktor, der die Philippinen ausmacht, sind definitiv die Menschen. Hiermit möchte ich nämlich gern zuallererst mit dem Vorurteil aufräumen, dass die Philippinen gefährlich wären. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich hier unsicher gefühlt, im Gegenteil, wenn ich nachts durch Mittweida gelaufen bin, hat es mich mehr gegruselt als wenn ich hier nach einer Party durch die Stadt laufe. Dieses Sicherheitsgefühl kommt auch sicher nicht von den vielen Securityleuten, die an jedem Laden stehen, sondern generell durch die Fröhlichkeit und Höflichkeit der Filipinos. Jeder grüßt jeden und wünscht einen schönen Tag, und wenn man einen Song im Kopf hat, dann wird dieser laut gesungen, ob man allein ist, in einer Gruppe, jung oder alt. Die Menschen hier strahlen eine ganz besondere Lebensfreude aus, auch wenn viele von ihnen nicht viel haben.

    Zusätzlich besitzen die Filipinos eine innere Ruhe, die dem Deutschen ein Rätsel ist – der Straßenverkehr in Manila ist die Hölle! Während man sich in Deutschland schon gern mal aufregt, wenn das Auto vor einem nicht schnell genug an der grünen Ampel anfährt, ist es hier völlig normal über 3 Stunden für eine Strecke von 20 km zu brauchen (Falls ihr denkt ich übertreibe, fragt jeden anderen, der schon einmal hier war, es stimmt). Als ich mal einen Taxifahrer gefragt habe, wie alle nur dabei so entspannt sein könnten, meinte er nur, er könne eh nichts am Verkehr ändern, also warum solle man sich drüber aufregen.

    Aber nicht nur im Straßenverkehr herrscht diese Art von Akzeptanz, sondern überall. Auch wenn unsere Universität eine katholische privat Uni ist, aber auch auf den Dörfern, ist jeder so akzeptiert, wie er sein möchte. Keine Vorurteile, keine Ausgrenzung sondern ein herzliches Miteinander, wenn Juan lieber Clara genannt werden möchte, dann wird sie Clara genannt, die besten Schminktipps bekommt man eh von ihr.

     

    Trotzdem darf man nicht vergessen, als Austauschstudent an einer der bekanntesten Privatuniversität der Philippinen bzw. als Europäer generell lebt man in einer sehr bequemen Blase. Die Armut hier auf den Philippinen ist sehr hoch und viele Viertel erinnern eher an Slums. Das lässt einen natürlich nicht kalt und man muss für sich selbst einen Weg finden, das zu verarbeiten. Trotzdem bin ich froh über auch diese Erfahrungen, denn es bringt einem zum Nachdenken, was wirklich wichtig ist im Leben und lässt einem den eigenen Luxus wieder mehr wert schätzen.

    Denn Glücklichsein ist doch oft einfach eine Entscheidung, die man für sich selbst treffen muss, und die Menschen hier treffen diese Entscheidung jeden Tag.

     

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